VÖPE in Immobilien Magazin am Di, 02.11.2021 zum Thema: “Kleine” Wiener Bauordnungsnovelle

DI Sebastian Beiglböck (Geschäftsführer der VÖPE) berichtet, dass die dem Wiener Landtag zugeführte "kleine" Novelle der Wiener Bauordnung, sich laut Presseaussendung zum Ziel gesetzt hat, gegen "übermassive" Neubauten in Siedlungen vorzugehen. Gewerbliche Bauträger werden darin als schwarze Schafe dargestellt, statt ihre Leistungen in Hinblick auf Schaffung von verdichtetem Wohnraum in der Stadt anzuerkennen.

“Kleine” Wiener Bauordnungsnovelle

Die dem Wiener Landtag zugeführte “kleine” Novelle der Wiener Bauordnung hat sich laut Presseaussendung zum Ziel gesetzt, gegen “übermassive” Neubauten in Siedlungen vorzugehen.

Gewerbliche Bauträger werden darin als schwarze Schafe dargestellt, statt ihre Leistungen in Hinblick auf Schaffung von verdichtetem Wohnraum in der Stadt anzuerkennen. Das wurde von uns scharf kritisiert. Vor allem ist diese Novelle aber inhaltlich zu hinterfragen.

Die Wiener Landesregierung hat sich in ihrem Regierungsprogramm bezüglich der Novellierung der Bauordnung die Themen “Leistbares Wohnen” und “Klimaschutz” auf ihre Fahnen geheftet. Die nun geplante Beschränkung der Bebaubarkeit innerhalb der Bauklasse 1 im Vergleich zum Status quo sind ein Schritt in die genau entgegengesetzte – aus unserer Sicht falsche – Richtung, da sinnvolle Verdichtung erschwert oder gar verunmöglicht wird.

Locker bebaute Einfamilienhausgebiete im gut erschlossenen städtischen Raum entsprechen aus Klima- und Ressourcen- Schutzgründen nicht mehr den Ansprüchen einer zeitgemäßen Stadtentwicklung. Darüber besteht in der fachlichen und auch der öffentlichen Debatte weitgehend Einigkeit. Und selbstverständlich muss mit einer Verlängerung hochrangiger öffentlicher Verkehrsmittel in Stadtrandgebiete (z.B. Ul Leopoldau oder U2 Aspern) auch eine zumindest sanfte Verdichtung einhergehen. Alles andere wäre eine Verschwendung von Steuergeld für den teuren Infrastrukturausbau. Auch die “Leistbarkeit” von Wohnraum wird leiden.

Durch eine pauschale geringere Bebaubarkeit in der Bauklasse 1 wird Wohnen tendenziell teurer. Wohnen in Grünlage wird für immer größere Teile der Bevölkerung so immer weniger leistbar. Der Wertverlust der betroffenen Grundstücke wird mit einem Trend zur Hortung von Grundstücken einhergehen, in der Erwartung auf eine sich künftig wieder ändernde Rechtslage. Das konterkariert die Bemühungen, die Grundstückspreise zu dämpfen.

DI Sebastian Beiglböck,
Geschäftsführer der VÖPE

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